Der Weg des Stroms

Strom kommt aus der Steckdose, das weiß jedes Kind. Aber wie kommt er da rein? Wo wird er produziert? Und wie wird er dorthin geleitet, wo er gebraucht wird, zum Beispiel in Ihre Küche? Wir haben den Weg des Stroms verfolgt. Hier ist das Ergebnis.

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2025 stammten in Deutschland 62 ­Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie.*

Erneuerbare Erzeugungsformen:

  • Windenergie (Onshore und Offshore)
  • Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen
  • Wasserkraft (Fluss- und Speicherkraftwerke)
  • Biomasse (Biogasanlagen, Holz),
  • Geothermie (noch geringer Anteil)

Konventionelle Erzeugungsformen:

  • Braun- und Steinkohlekraftwerke
  • Gaskraftwerke
  • Import von Strom aus Kernenergie aus dem Ausland

Als Trend kann man eine ­zunehmende Dezentralisierung erkennen, bei der ­immer mehr kleinere Anlagen (PV, Windparks, Biogas) direkt in Verteilnetze ­speisen, statt großer zentraler ­Kraftwerke.

*Quelle: strom-report.com/strommix

Die Fernleitungen, die zum Beispiel von Offshore-Windparks in der Nordsee nach Süddeutschland führen, muss man sich wie Autobahnen vorstellen. Der Strom wird von den Übertragungsnetzbetreibern auf Hoch- oder Höchstspannung verschickt. Der Transport unter hoher Spannung ist wichtig, damit die Leitungen nicht überhitzen und Leitungsverluste gering gehalten werden.

Wenn der Strom an den regionalen Verteilerstationen/ Umspannwerken ankommt, wird er typischerweise durch Transformation von Höchst-/ Hochspannung auf Mittelspannung umgewandelt und danach weiter in die Ortsnetze verteilt.

Beim Übergang in die Ortsnetze wird der Strom an Trafostationen auf 400/230 Volt transformiert, bis er am Ende der Reise in den Gebäuden verbraucht wird. Die Verbindung des Gebäudes mit dem Niederspannungsnetz ist in der Regel über Hausanschlusskästen und Zählerschränke abgesichert.

Schon gewusst?

Wie viel Strom geht auf dem Weg vom Kraftwerk zur Steckdose verloren?

5 bis 7 Prozent der erzeugten Energie kommen nie beim Verbraucher an. Der größte Teil der sogenannten Netzverluste entsteht in den Verteilnetzen und bei Umspannungen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland gut da. International misst man einen Übertragungsverlust zwischen 8 und 15 Prozent.

Wie das Stromnetz im Gleichgewicht bleibt

Die Aufgabe aller Beteiligten im europäischen Verbundsystem ist es, die Netzfrequenz immer nahe bei 50 Hz zu halten. Die Frequenz spiegelt das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Entnahme wider. Im Optimalfall wird immer so viel Strom erzeugt wie verbraucht wird und umgekehrt. Die Herausforderung der Energiewende besteht darin, dass es weniger konventionelle Großkraftwerke und damit weniger klassische „Schwungmasse“ und „Momentanreserven“ gibt, um kurzfristige Ungleichgewichte abzufangen. Dies muss zunehmend durch ein flexibles und fein ausjustiertes Netzwerk aus erneuerbaren Energien, Speichern und Energiedienstleistungen kompensiert werden.

Wie sich die Stromspannung auf dem Weg verändert

Bevor Strom aus der Steckdose kommt, durchläuft er mehrere Spannungsstufen: Über große Entfernungen wird er zunächst mit Höchstspannung von meist 220 bis 380 kV transportiert. Danach folgt die Hochspannung mit typischerweise 35 bis 110 kV, die für die regionale Weiterleitung wichtig ist. In der Mittelspannung von meist 10 bis 30 kV wird der Strom in der Region verteilt und zu größeren Verbrauchern geleitet. Erst in der Niederspannung mit 400/230 Volt kommt er schließlich in Haushalten und kleinen Betrieben an.


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